Am 14. Juni stimmen wir über zwei Vorlagen ab, die den Verkehr in der Stadt Zürich massgeblich negativ beeinflussen könnten. Beide Vorlagen wirken auf den ersten Blick durchdacht, was leider irreführend ist. Der sogenannte Parkplatzkompromiss ist eine konservative Initiative, die die Parkplätze für Velos und Autos schützen möchte. Im Grunde geht es darum, die Anzahl der Parkplätze in der Stadt Zürich auf dem Stand von Januar 2025 einzufrieren. Das heisst, wird ein Parkplatz abgebaut, muss er irgendwo ersetzt werden. Es wird stark betont, dass es um Parkplätze für Velos und Autos geht. Das klingt zuerst ganz nett für Velos, aber diese Initiative schafft faktisch ein Verbot, Autoparkplätze abzubauen.

Die Initiant*innen betonen, dass das Gewerbe Parkplätze für den Umschlag brauche. Dabei hat die Bevölkerung das Gewerbe mit der neuen Parkkartenverordnung im November 2025 bereits entlastet. Zürich braucht nicht gleich viele Autoparkplätze wie im Januar 2025. Wir brauchen mehr Flächen für Menschen, für schattenspendende Bäume, für breite und durchgängige Velowege, die vom Fussverkehr getrennt sind. Dies wurde von der Stadtbevölkerung mit der Annahme des kommunalen Richtplan und der Stadtklima-Initiativen klar vorgegeben. Dafür müssen wir den begrenzten Strassenraum neu denken, für Menschen und nicht für parkierte Autos. Die im Oktober 2025 eingereichte Verkehrswendeinitiative wird dem gerecht. Sie berücksichtigt neben dem Gewerbe, auch Blaulichtorganisationen, Schichtarbeitende und Menschen mit eingeschränkter Mobilität und somit auch die, die wirklich ein Auto brauchen. Solche Lösungen braucht Zürich im Jahr 2026, nicht einen sogenannten «Parkplatzkompromiss». Paris ist ein schönes Beispiel dafür, was passiert, wenn Infrastruktur für den Velo- und den Fussverkehr Priorität erhält. Die Feuerwehr kommt schneller ans Ziel, weil Velofahrende und Fussgänger*innen rascher ausweichen können als Autos, die Luftqualität verbessert sich und es gibt weniger Verkehrsunfälle. Der «Parkplatzkompromiss» würde all dies verhindern und verdient ein klares Nein!

Tram Affoltern – gut gemeint, schlecht geplant

Wir Grünen setzen uns entschieden für einen starken ÖV ein, denn dieser ist ein zentraler Baustein für die ökologische Verkehrswende. Trotzdem werde ich am 14. Juni gegen das Tram Affoltern in seiner aktuellen Form stimmen. Der Grund: Neben der Tramlinie, soll gleichzeitig auch der Autoverkehr durch Affoltern ausgebaut werden. Dadurch wird das Quartierzentrum mit Durchfahrtsverkehr belastet und 680 Bäume müssen gefällt werden. Ausserdem unterschreitet der geplante Veloweg entlang der Wehntalerstrasse über weite Strecken die Mindestbreite von 2,20 Metern, die an solchen stark befahrenen Strassen (bis zu 20 000 Autos!) vorgesehen ist.

Das Tram soll einen Teil der Buslinie 32 ersetzen, um die Transportkapazität zu erhöhen. Der Hintergrund hierfür ist das erwartete Bevölkerungswachstum in Affoltern um 15% bis 2040. Gleichzeitig muss die Stadt Zürich 2040 auch ihr Netto-Null-Ziel erreichen. Deshalb brauchen wir ein Tram, das diesem Ziel würdig ist! Planen wir das Tram also besser! Bis dahin ist Entlastung auf dem Weg: Die Buslinie 80 wird Ende 2026 auf Trolleybus umgestellt und der S-Bahnhof Affoltern wird mit dem Fahrplanwechsel 2027 häufiger angefahren. Affoltern verdient ein Tram, das einem ökologischen Zürich im Jahr 2040 würdig ist, planen wir also auch eines!

Nein zum Tram Affoltern in dieser Form!