Medienmitteilung: Ein Hochhaus muss einem öffentlichen Interesse dienen!
Ergänzungsplan, Sonderbauvorschriften und Hochhausrichtlinien.
Hochhäuser sind ein Privileg und sollen daher einem öffentlichen Interesse dienen. Wir GRÜNEN stehen Hochhäusern kritisch gegenüber. Die Erstellung eines Hochhauses verursacht bis zu 30% mehr CO2 und ist rund 30% teurer. Hochhäuser leisten somit keinen Beitrag zum Netto-Null Ziel, noch schaffen sie preisgünstige Wohnungen. Hochhäuser tragen auch nicht dazu bei, zusätzliche Frei- und Grünräume zu schaffen und sind kein Beitrag zur Hitzeminderung. Die Bauform Hochhaus ist somit nur im Einzelfall zu rechtfertigen.
Sehr geehrte Medienschaffende
Im Sinne einer städtebaulichen Akzentuierung sollen Hochhäuser auf wenige Gebiete konzentriert werden. Die GRÜNEN der Stadt Zürich haben zusammen mit der SP, der AL und der SVP die vom Stadtrat grosszügig ausgeschiedenen Hochhausgebiete massiv reduziert. Die GRÜNEN fordern zusätzlich, die Gebiete in Altstetten und Albisrieden aufzuheben. Ganze Wohngebiete abzureissen und günstigen Wohnraum zu vernichten und durch Hochhäuser mit hochpreisigen Miet- und Eigentumswohnungen zu ersetzen, wie das aktuell der Fall ist, ist nicht im Sinn der GRÜNEN. Weiter fordern wird, dass Hochhäuser, die höher als 60m sind, nur noch mit einem Gestaltungsplan möglich sein sollen.
Entlang der Limmat und der Glatt, angrenzend an Schutzgebiete und innerhalb von Vernetzungskorridoren, am empfindlichen Übergang zwischen Baugebiet und Landschaft sollen keine Hochhäuser die Natur- und Landschafträume bedrängen. In unmittelbarer Nähe von Ortsbildern von nationaler Bedeutung (ISOS) sowie städtebaulich und stadtgeschichtlich wichtigen Quartieren sind Hochhäuser fehl am Platz.
Die Beurteilung von Hochhäusern soll durch ein, von der Verwaltung unabhängiges, Gremium erfolgen. Die gebauten Hochhäuser in den letzten Jahren zeigen, dass das Baukollegium, das den Stadtrat berät, diese Interessen vernachlässigt hat. Das Baukollegium, in dem mehrheitlich Architekt*innen Einsitz haben, verfügt kaum über Expertise zu Freiraum, sozialräumlichen Aspekten und klimaschutzrelevanten Themen. Die Fachexpertisen sollen mindestens Sozialraum, Freiraum und Klimaschutz umfassen.
Die GRÜNEN Stadt Zürich haben sich in den Sonderbauvorschriften dafür eingesetzt, dass Grünraum, Bäume und mehr Mitsprache vom Quartier stärker gewichtet werden. Die Hürden für den Hochhausbau werden damit bewusst erhöht! Das erhaltene Privileg verlangt als Gegenleistung einen Beitrag für die Bevölkerung Zürichs, für Netto-Null, für mehr Frei-und Grünräume, mehr Hitzeminderung und preisgünstigen Wohnraum. Für ein ökologisches, solidarisches und bezahlbares Zürich.
Für mehr Informationen:
Brigitte Fürer, Gemeinderätin GRÜNE, 079 736 33 68