Sehr geehrte Medienschaffende

Die GRÜNEN begrüssen die Fokussierung auf attraktive und fussgänger*innenfreundliche Räume rund um den Hauptbahnhof. Richtig ist die Konzentration auf eine grüne Umgestaltung. Gerade in der Innenstadt, mit derart hohen Frequenzen, ist die Pflanzung von Bäumen und attraktiven und unversiegelten Flächen von essentieller Bedeutung. Der zentrale Zugang zum Hochschulgebiet über Bahnhofbrücke und Central wird aber trotz dem Verzicht auf Tramhaltestellen eine Herausforderung bleiben. Es darf nicht sein, dass wegen der Engpässe an der Bahnhofbrücke und dem Central und einem zu schmal dimensionierten Polysteig, die Fusswege ins Hochschulgebiet zu wenig attraktiv sind, da sie einen grossen Anteil an Fussverkehr übernehmen können.

Wir begrüssen die Eröffnung einer neuen Tramachse auf dem Neumühlequai. Dies wird mehr Flexibilität bei der Tramnetzentwicklung geben. Auch die Verlegung von Haltestellen auf die Bahnhofbrücke wird zu mehr Flexibilität führen und das Nadelöhr Central entlasten. Grosse Fragezeichen haben wir beim Verzicht auf eine Tramlinie in der Löwenstrasse und dem Verzicht auf die Haltestelle Löwenplatz. Hier scheint die Fokussierung allzustark auf den Bahnhof ausgefallen zu sein. Die Innenstadt ist heute attraktiv mit Tram und Bussen erreichbar – das sollte so bleiben.
 
Die GRÜNEN begrüssen es grundsätzlich, dass die Velorouten vom Bahnhofplatz wegkommen, weil damit Raum für Fussgänger*innen geschaffen wird. Die Ausweichroute über die Gessnerbrücke/Schweizergasse/Beatengasse wird aber sehr schwierig auszugestalten sein, damit sie als wirklich attraktive Hauptverbindung für die Velofahrenden dient. Deshalb gilt, die Uraniastrasse als Velohauptachse so rasch wie möglich auszubauen.

Enttäuscht sind wir über die strategische Planung zu den Veloabstellplätze. Einfach vier Orte als Veloparkhäuser zu bezeichnen, ohne dass eine Zahl der anzustrebenden Veloabstellplätze bekannt ist, greift zu kurz. Amsterdam hat bei einem deutlich weniger frequentierten Bahnhof eine strategische Planung für 22’000 Veloabstellplätze gemacht. Die konsequente Umsetzung dieser Planung hat heute zu einem äusserst attraktiven Bahnhofsumfeld geführt, wo die Velos eben nicht mehr an der Oberfläche stehen, sondern der Raum für Trams/Busse und Fussgänger*innen unbeschränkt zur Verfügung steht.
 
Es ist richtig, dem Autoverkehr rund um den Bahnhof deutlich weniger Gewicht zu geben. Das darf aber explizit nicht dazu führen, dass der Ausweichverkehr andere Gebiete der Stadt tangiert. Von daher ist die Diskussion auch mit dem Kanton zu führen, der ebenfalls zu einer Lösung des wichtigsten öffentlichen Raums in der Schweiz beitragen muss, statt sich – wie heute – einzig und allein auf die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Verkehrs zu konzentrieren.

Die GRÜNEN sehen das Weissbuch als gute Grundlage für weitere Diskussionen und werden in Zukunft engagiert an den weiteren Planung teilnehmen. 

Für mehr Informationen:
Markus Knauss, Gemeinderat GRÜNE, 079 642 27 29

Zürich, 3. September 2025