Initiative «Vision Zero»: Grüne will keine Unfalltote mehr auf Zürcher Strassen
Jedes Jahr sterben Menschen im Stadtzürcher Verkehr. Die städtische Grüne lanciert deshalb eine Initiative, um das Ziel von null Verkehrstoten gesetzlich zu verankern.
Die Stadtzürcher Grünen wollen, dass keine Menschen mehr bei Verkehrsunfällen sterben. Mit der Volksinitiative «Vision Zero» sollen Strassen und Regeln so gestaltet werden, dass menschliche Fehler nicht tödlich enden. Das Konzept von null Verkehrstoten und null Schwerverletzten soll verbindlich in der Zürcher Gemeindeordnung verankert werden, wie die Partei mitteilt.
Die Grünen werfen dem Kanton Zürich und dem Bund vor, städtische Sicherheitsmassnahmen regelmässig zu blockieren: «Ausgerechnet dort, wo die Stadt ihre Bevölkerung schützen will, fallen ihr Kanton und Bund in den Rücken.»
Als Beispiel nennen sie die Entfernung einer provisorischen Velospur am Neumühlequai durch den Regierungsrat im Frühjahr 2026 sowie Bestrebungen auf Bundesebene, Tempo 30 auf verkehrsorientierten Strassen zu erschweren.
Weniger Unfälle, aber mehr Schwerverletzte
Obwohl es auf Zürcher Strassen insgesamt so wenig Unfälle gibt wie seit zehn Jahren nicht mehr, verzeichnet die Stadt bei den Unfallfolgen eine besorgniserregende Entwicklung: Im Jahr 2025 wurden 196 Personen schwer verletzt – der höchste Stand seit 2018.
Besonders betroffen sind schwächere Verkehrsteilnehmende ohne Knautschzone: Rund vier von fünf Schwerverletzten waren zu Fuss, auf dem Velo, dem E-Bike, dem E-Trotti oder dem Motorrad unterwegs.
Wer im Verkehr kein Blech um sich herum hat, sei weiterhin gefährdet, schreiben die Grünen in ihrer Mitteilung.
Zwar sank die Zahl der Verkehrstoten im selben Jahr auf fünf (2024 waren es zehn), doch für die Grünen ist das kein Grund zur Entwarnung.
Tsüri.ch, 23.7.26