Ein Video, das zeigt, dass zahlreiche Tauben beim Bahnhof Stadelhofen eingesperrt und anschliessend getötet wurden, hat in den letzten Tagen hohe Wellen geschlagen. Es wirft kein gutes Licht auf Zürich und den Umgang der Stadt mit diesen Lebewesen und wirkt auf viele Menschen verstörend.

Die Stadt Zürich bestätigte den Einsatz einer Grossfalle am Stadelhoferplatz sowie, dass die Tiere anschliessend getötet wurden. Doch nicht nur bei diesem Ereignis wurden Tauben getötet: In den vergangenen Jahren wurden jeweils rund 910 bis 1727 Tauben jagdlich erlegt. Dies zeigen die Antworten des Stadtrats auf unsere schriftliche Anfrage von 2025.

Bereits 2021 haben wir einen Vorstoss eingereicht, der sich am sogenannten Augsburger Modell orientiert und einen konsequenten Ausbau betreuter Taubenschläge in der Stadt Zürich fordert. Dieses Modell hat sich in vielen Städten als wirksame und tierfreundliche Methode zur Regulierung des Taubenbestands bewährt.

Seither fanden mehrere Gespräche mit der zuständigen Stadträtin sowie mit Vertreter*innen der Verwaltung statt. Zudem haben wir mit einer schriftlichen Anfrage nachgedoppelt, um den Druck aufrechtzuerhalten und konkrete Fortschritte einzufordern. Eine Petition mit dem Titel «Beenden wir das Taubenelend in Zürich!» wurde dem Stadtrat überwiesen. Zahlreiche Freiwillige boten der Stadt Zürich bereits ihre Mithilfe an – die Bereitschaft, ehrenamtlich Taubenschläge zu betreuen, ist vorhanden.

Trotz all dieser Bemühungen ist bislang keine spürbare Verbesserung eingetreten. Der Ausbau der Taubenschläge wurde noch nicht in Angriff genommen – teilweise wurde den Betreuenden der Taubenschläge sogar erschwert, ihrer Arbeit nachzugehen.

Für uns ist klar: Es braucht jetzt endlich konkrete Schritte statt weiterer Verzögerungen und Gespräche, die lediglich die Wogen glätten sollen. Eine tierfreundliche und nachhaltige Regulierung des Taubenbestands ist möglich – andere Städte machen es vor. Zürich darf hier nicht länger hinterherhinken.

Die nötigen Massnahmen liegen auf der Hand: ein gezielter Ausbau der betreuten Taubenschläge. Überall dort, wo sich viele Tauben aufhalten, braucht es Taubenschläge, in denen Eientnahmen stattfinden. Zusätzlich sollen auch an weiteren gut zugänglichen Orten gezielt Eientnahmen vorgenommen werden. Weil die bisherigen Schritte keine Verbesserung gebracht haben, sehen wir uns gezwungen, heute mit dem Einreichen einer Motion, die genau diese Massnahmen fordert, nochmals deutlich zu machen:

Wir erwarten vom Stadtrat, dass er seiner Verantwortung nachkommt und die notwendigen Massnahmen endlich entschlossen und gezielt umsetzt.

Kontakt

Selina Walgis, Gemeinderätin, 079 855 76 64