Wir brauchen eine Verkehrswende für eine Klimawende
«Too hot for cars» und «Keinen 50-Grad-Sommer». Dies sind die zentralen Forderungen der Velodemo und des Klimastreiks, die diese Woche in Zürich stattfinden. Sie machen deutlich, dass Verkehrspolitik und Klimapolitik untrennbar miteinander verbunden sind. Wer die Klimakrise bekämpfen will, muss auch über den Verkehr sprechen. Und wer über den Verkehr spricht, muss die Klimakrise mitdenken.
Wir alle haben den Hitzesommer 2026 und die heftigen Gewitter erlebt. Die Rekordtemperaturen haben deutlich gemacht, dass die Klimakrise nicht irgendwann in der Zukunft liegt. Sie ist längst in Zürich angekommen.
Gleichzeitig haben wir erlebt, wie stark die Gestaltung unserer Stadt darüber entscheidet, wie gut wir mit dieser Hitze umgehen können. Asphaltierte Flächen speichern die Wärme und heizen die Umgebung zusätzlich auf. Wo Strassenräume versiegelt sind und dem Auto dienen, fehlen oft Bäume, Grünflächen und Schattenplätze.
Dabei ist der Verkehr nach wie vor ein wesentlicher Treiber der Klimakrise. 75 Prozent der CO2-Emissionen aus dem Mobilitätssektor sind dem MIV (motorisierter Individualverkehr) zuzuschreiben. Dieser macht ca. einen Drittel des gesamten CO2-Ausstosses der Schweiz aus. Wer also die Emissionen senken will, muss den Strassenraum umverteilen, Alternativen fördern die klimafreundlich sind und klima- und menschenfreundliche Städteplanung betreiben.
Eine Stadt, die Velofahren attraktiv und sicher macht, schafft nicht nur bessere Bedingungen für Velofahrende. Sie schafft auch Raum für eine klimaangepasste und hitzeresistente Stadt. Wo weniger Fläche für Autos benötigt wird, können Strassen entsiegelt, Bäume gepflanzt und Aufenthaltsräume geschaffen werden. Mehr Veloverkehr bedeutet weniger Emissionen, weniger Verkehrslärm und mehr Platz für Mensch und Natur.
Für uns GRÜNE ist deshalb klar: Verkehrswende und Klimawende gehören zusammen. Der Ausbau der Veloinfrastruktur ist nicht nur eine Frage der Verkehrspolitik. Er ist auch eine konkrete Massnahme gegen die Folgen der Klimakrise und für eine lebenswerte Stadt.
Am kommenden Freitag wird der Klimastreik unter dem Motto «Keinen 50-Grad-Sommer» erneut auf die Dringlichkeit der Klimakrise aufmerksam machen. Die Forderungen sind klar: Menschen vor Hitze schützen, die Emissionen rasch senken und der Bewältigung der Klimakrise auf allen politischen Ebenen höchste Priorität einräumen.
Denn der Hitzesommer 2026 darf nicht zur neuen Normalität werden. Und für alle, die das Gefühl haben, dass es «halt ein bisschen warm war»: Die Schweiz erwärmt sich doppelt so schnell wie der weltweite Durchschnitt: Seit dem vorindustriellen Zeitalter wurde hier bereits ein Anstieg von fast 3°C verzeichnet, weltweit sind es etwa 1,3°C. Die Entscheidungen, die wir heute treffen, bestimmen also massgeblich, ob Zürich auch in Zukunft eine lebenswerte Stadt bleibt.
Wir GRÜNE sehen in den Forderungen der Velodemo und des Klimastreiks einen klaren Auftrag. Es braucht mehr Klimaschutz, mehr Begrünung und eine konsequente Förderung von Velo-, Fuss- und öffentlichem Verkehr. Die Zeit, um zu handeln, ist jetzt – nicht erst im nächsten Hitzesommer. Deshalb auf zum Klimastreik diesen Freitag in Zürich; um 17 Uhr beim Landesmuseum. Wir werden da sein – im Veloblock.
Kontakt
Véronique Wavre, Gemeinderätin
veronique.wavre@gemeinderat-zuerich.ch
079 702 07 28
Leonora Seiler, Co-Fraktionspräsidentin
leonora.seiler@gemeinderat-zuerich.ch
076 447 25 00
Zürich, 23. September 2026