Wir könnten es uns einfach machen und sagen: Sommergewitter hat es immer gegeben. Doch das wäre nicht ehrlich. Was wir letzten Freitag erlebt haben, war kein gewöhnliches Gewitter, sondern ein Symptom. Ein Symptom der Klimakrise, die längst nicht mehr in fernen Szenarien stattfindet, sondern hier, in unserer Stadt, mit voller Wucht. Die Klimaszenarien CH2025 sind in diesem Punkt unmissverständlich: Extreme Starkniederschläge werden häufiger und intensiver. Was heute noch als Ausnahme erscheint, wird zur neuen Normalität. Das Wetter wird extremer – und mit ihm die Gefahr für Leib und Leben.

Und während wir die Schäden des Unwetters noch wegräumen, hält die nächste Extremlage die Stadt bereits im Griff: eine Hitzewelle von aussergewöhnlicher Dauer und Intensität, mit Warnstufe 3 und 4, Temperaturen gegen 37 Grad und Tropennächten, in denen die Körper keine Erholung mehr finden. Wir wissen, was das bedeutet. Jede grössere Hitzewelle fordert Todesopfer. Wir werden auch dieses Mal eine Übersterblichkeit feststellen, bei älteren Menschen, bei Kranken, bei Kleinkindern, bei Schwangeren. Menschen werden bei horrenden Temperaturen weiterarbeiten, auf dem Bau, in der Pflege, in der Küche, im Verkehr, und dabei über ihre Grenzen gehen. Die Hitze ist nicht bloss unangenehm. Sie ist tödlich.

Für uns Grüne ist das der Kern der Sache: Die Klimakrise ist keine abstrakte Bedrohung von morgen mehr. Sie kostet heute Menschenleben. In Zürich. Und genau deshalb sind wir alle in der Verantwortung – jede Ebene, jede Institution, jede und jeder von uns. Es geht nicht länger darum, ob wir handeln, sondern wie schnell und wie konsequent.

Wir Grüne fordern, dass diese Verantwortung endlich ernst genommen wird:

  • Konsequenter Klimaschutz, der bei den Ursachen ansetzt: beschleunigter Ausbau der erneuerbaren Energien, Ausstieg aus den Fossilen, eine Mobilität, die Emissionen senkt, statt sie zu zementieren.
  • Eine Stadt, die sich auf das veränderte Klima vorbereitet: konsequentes Entsiegeln, mehr Stadtgrün und Schatten, kühle öffentliche Räume, damit Hitze nicht zur Frage des Portemonnaies oder des Quartiers wird.
  • Wirksamer Schutz der Verletzlichsten: gezielte Hitzevorsorge für ältere und kranke Menschen, für Kinder und für all jene, die bei jeder Hitze trotzdem arbeiten müssen.

Es ist nicht zielführend, zu jammern, Klimaschutz sei zu teuer, während die Klimakrise jeden Sommer höhere Kosten und nun auch Todesopfer fordert. Und es ist nicht zielführend, sich auf bereits Erreichtes zu berufen und gleichzeitig jede weitere Massnahme zu blockieren. Wir müssen den Graben zwischen dem, was wir längst wissen, und dem, was wir tun, endlich überwinden.

Die Klimakrise tötet. Sie tötet heute, hier, mitten unter uns. Wir alle tragen Verantwortung dafür, dass sie morgen nicht noch mehr Menschen das Leben kostet. Handeln wir mit dem Ernst, den diese Woche uns abverlangt.

Rückfragen

Leonora Seiler, Co-Fraktionspräsidentin GRÜNE Gemeinderat, Tel: 076 447 25 00

Eticus Rozas, Co-Präsident GRÜNE Zürich, Tel: 076 598 72 73