Sehr geehrte Medienschaffende

Die Stadt Zürich hat am 11. März 2026 am Neumühlequai eine befristete Veloroute eingerichtet – als direkte Reaktion auf eine konkrete Sicherheitslücke rund um die Grossbaustelle am Bahnhofquai. Velofahrende nutzten trotz Sperrung weiterhin die gesperrte Unterführung, weil die offizielle Umleitung unzumutbar war. Die Stadt hat gehandelt – schnell, verhältnismässig und im Rahmen ihrer Zuständigkeit.

Der Regierungsrat hat diese Massnahme nicht nur beanstandet, sondern in der Nacht auf Samstag eigenmächtig und ohne vorgängiges Gespräch rückgängig gemacht. Es ist unverständlich, dass die Kantonsregierung reingrätscht, ohne mit jemandem zu reden und das bei einer Massnahme, die der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden diente.

Was hier passiert ist, geht über einen Spurenstreit hinaus. Der Kanton hat die Stadt bei der Erfüllung einer ihrer ureigensten Aufgaben, dem Schutz der Sicherheit der Stadtbevölkerung, brüsk übergangen. Das ist kein sachlicher Eingriff, das ist ideologische Verkehrspolitik zulasten der Schwächsten im Strassenverkehr.

«Wer nachts Velospuren wegräumt, statt das Gespräch zu suchen, betreibt keine Verkehrspolitik, er betreibt Ideologie auf Kosten der Sicherheit. Das ist eine Missachtung des Volkswillens, der sich mehrfach für eine zukunftsgerichtete Verkehrspolitik ausgesprochen hat.» 

Wir Grüne fordern:

  • Dass die Stadt Zürich weiterhin im Rahmen ihrer Kompetenzen für die Sicherheit ihrer Bevölkerung sorgen kann, ohne dass der Kanton Sofortmassnahmen per Nachtaktion reinpfuscht.

  • Dass das angekündigte Gespräch zwischen Stadt und Kanton umgehend stattfindet und zu einer tragfähigen Lösung führt, die den Schutz der Velofahrer*innen am Neumühlequai dauerhaft sicherstellt.

  • Dass der kantonale Anti-Stau-Artikel nicht länger als Instrument missbraucht wird, um jeden noch so bescheidenen Schritt in Richtung sichere Veloinfrastruktur zu blockieren.

Zürich braucht keine Kantonsregierung, die nachts Velospuren wegräumt. Zürich braucht eine Verkehrspolitik, die Menschenleben schützt – nicht Autospuren um jeden Preis.

Für weitere Informationen stehen Ihnen zur Verfügung:

Eticus Rozas, Co-Präsident Grüne Stadt Zürich, 076 598 72 73
Urs Riklin, Gemeinderat, 078 808 25 92

Zürich, 01. April 2026