Rosengartentunnel: Bausünde, Klimasünde, Finanzsünde

Mit dem geplanten Rosengartentunnel wird kein einziges verkehrspolitisches Problem gelöst. Anstatt entsprechend den Klimazielen den motorisierten Verkehr zu reduzieren, will ihn die bürgerliche Mehrheit des Kantonsrats einfach unter dem Boden verstecken. Die milliardenteure Bausünde würde eine vorgestrige Verkehrspolitik für viele weitere Jahrzehnte zementieren. Dagegen ergreifen die Grünen das Referendum.

Verkehrspolitik von Gestern

Der Rosengartentunnel löst keine verkehrstechnischen Probleme, er verschiebt sie nur. Anstatt den Verkehr zu reduzieren führt dieses Tunnelprojekt unweigerlich zu Mehrverkehr in der Stadt Zürich. Neben den vier neuen unterirdischen Fahrspuren bleiben oberirdisch zwei bestehen. Der milliardenteure Ausbau der Fahrspuren geschieht im Untergrund und wird der Bevölkerung unter dem Deckmantel der Quartierberuhigung schmackhaft gemacht.
Die verkehrspolitischen Sünden aus den 70er Jahren werden einfach fortgesetzt: Der Verkehr fliesst weiterhin mitten in die Stadt hinein.

Deckmantel «Quartierberuhigung»

Schönfärberisch wird der Rosengartentunnel als «Stadtreparatur» verkauft. Das seit 50 Jahren zerschnittene Wipkingen soll wieder zusammengeführt und wohnlicher und lebendiger gestaltet werden. Dieses Ziel unterstützen auch die Grünen klar. Von grün-linker Seite fordern wir schon seit Jahren eine Abklassierung der Rosengartenstrasse, z.B. mit der Petition «Fussgängerstreifen am Rosengarten».

Der Rosengartentunnel kann aber nicht die Lösung für diese Fehlplanung sein. Die massiven Tunnelportale am Wipkinger- und Bucheggplatz machen jeden beruhigenden Effekt rasch wieder zunichte. Die Portale sollen je die doppelte Verkehrsmenge des Gotthard-Tunnels aufnehmen können. Die Quartierberuhigung entlang einer sehr kurzen Strecke von 600 m geschieht auf Kosten derjenigen, die im Umkreis der Tunnelportale leben.

Zudem müssen für das Tunnelportal am Wipkingerplatz mehrere Häuser enteignet und abgerissen werden, gleiches geschieht am Albisriederplatz. Auch dort werden Häuser und die neu gestaltete Tramhaltestelle den veränderten Verkehrsflüssen zum Opfer fallen.

Das macht das gesamte Projekt aus städtebaulicher Sicht ungenügend, «Stadtreparatur» sieht anders aus.

Klimaziele

Die Klimaerhitzung und die hohen Belastungen mit CO2- und Feinstaub erfordern ein Umdenken und eine Abkehr von dieser rückwärtsgewandten Verkehrspolitik. Es braucht eine Reduktion des motorisierten Verkehrsaufkommens, den Autoverkehr einfach unter den Boden zu verlagern, bringt gar nichts.

Die Bevölkerung erwartet eine zukunftsgerichtete Ausrichtung der Verkehrspolitik. Diese muss sich an den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft des Pariser Klimaabkommens messen.