Stadtleben ist nicht konfliktfrei

Die SIP Züri ist auf Plätzen präsent, schlichtet Konflikte, interveniert bei Lärmbelästigungen und Pöbeleien. Sie trägt mit ihrer Verbindung von aufsuchender Sozialarbeit mit ordnungsdienstlichen Aufgaben zur Sicherheit im Quartier bei. JA zur Weiterführung der SIP am 12. Februar.

Die SIP Züri (Sicherheit, Intervention, Prävention) geht zurück auf die offene Drogenszene der 90er Jahre. Anfänglich waren Drogenabhängige und „schräge Vögel“ mit sozial auffälligem Verhalten im Fokus. Seither hat sich die Stadt verändert und ist Anziehungspunkt rund um die Uhr. Das Leben spielt sich auch nachts im begrenzten öffentlichen Raum ab, der mit unterschiedlichen Ansprüchen konfrontiert ist – nicht immer konfliktfrei.

Die SIP ist in den Quartieren präsent und kombiniert aufsuchende Sozialarbeit mit ordnungsdienstlichen Aufgaben. Die Mitarbeitenden schlichten bei Konflikten im öffentlichen Raum, kommunizieren Verhaltensregeln und werben für gegenseitige Toleranz und Rücksichtnahme. Ziel ist, dass alle potentiellen NutzerInnen ohne Verdrängung einzelner Gruppen Platz nebeneinander finden. Sie intervenieren bei Littering, Lärm oder Belästigungen, leisten erste Hilfe und sind bei den Strichboxen präsent. Im Winter besucht die SIP die Schlafplätze der Obdachlosen, um sie vor dem Erfrierungstod zu bewahren. Sie nimmt Beschwerden aus der Bevölkerung auf und sucht mit den Beteiligten eine allseits verträgliche Lösung. Einige Plätze werden regelmässig besucht, andere, wenn die Bevölkerung es wünscht.

Vor Einführung der SIP kam jeweils die Polizei mit allen strafrechtlichen Konsequenzen. Heute löst die SIP viele Konflikte, was gerade Jungen zugute kommt, deren jugendlicher Übermut nur mit einer Zurechtweisung der SIP statt einem Polizeiverfahren endet. Die SIP hat keine polizeilichen Kompetenzen. Die Durchsetzung der Ordnung erfolgt über Kommunikation und Vertrauensbildung. Nur in kritischen Situationen wird die Polizei gerufen. Die Wahrnehmung aber, was im öffentlichen Raum stört und was toleriert wird, ist abhängig vom Zeitgeist. Hier gilt es seitens der Grünen, mit wachsamem Auge Vielfalt und Freiräume zu erhalten. Fraktion und Vorstand empfehlen Ja zum angepassten Gemeindebeschluss zur Weiterführung der SIP.

Kommentare

Wenn man zu gemeinsamen Lösungen bereit ist, können alle Konflikte in Zukunft gelöst werden. Lösungen gibt es für Vieles, wenn die Diskutierenden das Beste daraus machen wollen. Aber einfach ist nicht und es kommt sehr auf Ton in der Diskussion an. Zum anderen, zu empfindlich betreffend Lärm vor 22 Uhr muss man in der Stadt Zürich wie auch anderen Schweizer Städten nicht sein. Ein bisschen Toleranz ist Bedingung.

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