Masterplan Kaserne – na ja

Mi 05.11.14

So weit sind wir also schon: Der Masterplan Kaserne bringt das, was zu erwarten war. Und damit sind wir schon beinahe zufrieden. Denn auch wir wissen, mit dem Kanton als Partner hätte es auch viel schlimmer kommen können. Dann nämlich, wenn der Kanton seine Drohung wahr gemacht hätte, das Kasernenareal als Mittel der Standortförderung zu missbrauchen.

Eine kantonale Schule also, statt kantonaler Verwaltung. Und natürlich wir wollen nicht ungerecht sein:  Dass die Stadt Zürich die Zeughäuser übernehmen kann, ist positiv. Preis­günstige Mieten wird es aber nur dann geben, wenn der Kanton bereit ist, sich substantiell am aufgelaufenen Sanierungsstau zu beteiligen. Dass der Park geöffnet wird, ist ebenfalls positiv zu vermerken. Wir behaften die Planenden darauf, dass sich die Eingriffe auf ein Minimum beschränken werden und der Kasernen- nicht zu einem Designerpark wird.

Noch immer aber warten wir auf den mutigen Vorstoss von SP, FDP und CVP im Kantonsrat, der eine Aufstockung des Kredits für das PJZ bringt, damit auch die Polizeikaserne endlich frei wird. So wie uns das versprochen wurde im Abstimmungskampf. Wir haben Sie am 18. Juni 2014 schon einmal darauf hingewiesen, dass es wohl Zeit wäre, tätig zu werden. „Was sind denn schon 50 Millionen Franken im Vergleich zu Ihrer politischen Glaubwürdigkeit?“, fragten wir damals. Eine Antwort darauf haben wir nicht erhalten. Offenbar ist es für diese drei Parteien einfacher, das PJZ-Desaster einfach auszusitzen, statt die eigenen Fehler zu korrigieren.

Nun warten wir schon seit Jahrzehnten auf eine gescheite Kasernenplanung. Wir warten nun noch einmal sechs Jahre länger. Denn obwohl im Frühjahr 2014 der Güterbahnhof in einer Nacht- und Nebelaktion abgerissen wurde, ist auch heute ein Baubeginn für das PJZ in weiter Ferne. Auf eine entsprechende Nachfrage gestern an der Veranstaltung zum Masterplan antwortete der zuständige Regierungsrat Kägi: „Was wotsch? Wenn’s weg isch, isches weg.“ Und dann fügte er hinzu, dass im Mai 2015 dann vielleicht eine neue Kostenberechnung vorliegen werde, von einem konkreten Datum für den Baubeginn mochte er erst gar nicht sprechen.

So geht das also in Zürich, einer Stadt in der günstiger Gewerberaum ein äusserst rares Gut ist: Wenn Private den Ersatz eines Gebäudes planen, dann müssen sie den Nachweis erbringen, dass auf den Abriss ganz unmittelbar ein Neubau erfolgt. Wenn der Kanton baut, dann schaut auch unsere Stadtverwaltung irgendwo hin, aber sicher nicht darauf, dass es mit dem Neubau zügig voran geht. Abriss auf Vorrat nennt sich das.

Markus Knauss, Gemeinderat Grüne 079/642 27 29