Quartierpolitik

Medienmitteilung der Grünen Kreis 6/10 zum Schulprovisorium auf der Lettenwiese

Mitten in den Sommerferien stellt die Stadt Baugespanne für ein Schulprovisorium auf der Lettenwiese auf. Eine der raren und folglich intensiv genutzten Grünflächen des Quartiers soll – wenn auch nur vorübergehend – überbaut werden. Stossend ist dieses Vorgehen besonders, weil 2017 die Stadtzürcher Bevölkerung den Gegenvorschlag zur Grünstadtinitiative* angenommen hat, welcher die Stadt explizit zum Schutz bestehender Grünräume verpflichtet!

Während fünf Jahren beansprucht der Schulkreis Waidberg bis zu 40 Prozent der Lettenwiese für fehlende Schulräume und für Ausweichflächen während der Sanierung des Schulhauses Nordstrasse und des Kindergartens Imfeldstrasse. Die Lettenwiese ist nicht nur für die Schulkinder des Schulhauses Letten ein wichtiger Grünraum und Ort für den Sport, sondern für das ganze Lettenquartier sowie für diverse Vereine und Gruppierungen, die die Anlage nutzen.

Den Grünen der Stadt Zürich und den Grünen Kreis 6/10 erscheint die Standortwahl absolut ungeeignet, da andere, bessere Standorte zur Verfügung stehen. So zum Beispiel das Gebäude an der Wasserwerkstrasse 119, das reformierte Kirchgemeindehaus Wipkingen, die Kirche und das Pfarrhaus Wipkingen oder das Areal des Bahnhofs Letten an der Limmat. Mit der Nutzung dieser Gebäude bzw. Flächen könnte auf eine Überbauung der Lettenwiese verzichtet werden.

Selbstverständlich ist Schulraum ein wichtiges Anliegen und dessen Bereitstellung Aufgabe der Stadt. Um in diesem Interessenkonflikt zwischen Schule und Grünraum fundiert urteilen zu können, stellten die Grünen Kreis 6/10 daraufhin dem Hochbaudepartement eine Reihe von Fragen. Wir wurden aber auf später vertröstet, da das Bauvorhaben bereits von der zuständigen Kommission des Gemeinderates behandelt werde. An der Informationsveranstaltung vom 26. August machten das Hochbaudepartement und die Immo Zürich ihre Haltung dann definitiv klar: Am Provisorium wird festgehalten! Für die Suche nach Alternativen fehle die Zeit und bessere Standorte seien nicht gefunden worden!

Dass die Lettenwiese tatsächlich der einzig mögliche Standort für ein Provisorium sein soll, ist auch nach der Informationsveranstaltung nicht klarer geworden. Im Quartier bleiben aufgrund der spärlichen und späten Information der Stadt Zürich weiterhin viel Unmut und Unverständnis bestehen.

Die Grünen Vertreter haben in der Kommission die Rückweisung des Geschäftes beantragt. Es ist an der Zeit, dass die Stadt die Schulraumplanung mit hoher Dringlichkeit anpackt. Die Versäumnisse in diesem Bereich werden zu häufig mittels Pavillons zulasten von Freiräumen, wie Wiesen oder Pausenplätzen gelöst. Das muss ein Ende haben!

Jürg Rauser, Monika Bätschmann
Co-Präsidium Grüne Kreis 6/10
Kreis6-10@gruenezuerich.ch


*Art. 2octies, Zif.1&2 der Gemeindeordnung der Stadt Zürich:
1 Die Gemeinde setzt sich aktiv für die Sicherung von öffentlichem Grünraum auf dem gesamten Gemeindegebiet und in allen Quartieren ein.
2 Sie ergreift Massnahmen, um unversiegeltes Land zu schützen und zu vernetzen, um dessen Qualität als Naherholungsgebiet sowie dessen ökologische Funktion langfristig zu gewährleisten.

Die Grünen in der Wipkinger Zeitung

Seit dem 31. März 2016 erscheint viertel–jährlich die Wipkinger Zeitung als Co-Produktion mit dem Höngger. In Wipkingen ist sie das einzige Quartierblatt überhaupt und wir Grünen haben in jeder Ausgabe eine Seite ganz für uns.

Ob Verkehrslärm oder Wohnungsnot, Grünräum oder neue Entwicklungschancen – wir berichten über das, was das Quartier und uns Grüne vor Ort bewegt. Alle unsere Beiträge sind auch online verfügbar.

 

Politik beginnt nebenan

Politik findet nicht nur im Parlament statt: Sie beginnt gleich vor der Haustüre. In unseren Stadtkreisen 6 und 10 haben wir Grünen uns etwa für Verkehrsberuhigung, Temporeduktionen, Begegnungszonen und neue Fussgängerstreifen eingesetzt. Wir haben Verbesserungsvorschläge eingereicht, uns aktiv in städtische Mitwirkungsverfahren eingebracht und Petitionen (mit-)lanciert.

Dies mit Erfolg: Schulwege wurden sicherer, viele Quartierstrassen sind verkehrsberuhigt worden und neue Begegnungszonen sind eingeführt worden. Die Aufwertung des Röschibachplatzes ist ein Meilenstein, beim Rigiplatz fordern wir eine Begrünung des tristen Quartierplatzes ein.

Wir sind stolz auf diese Erfolge. Vor allem aber fassen wir sie als Auftrag auf, uns weiterhin für ein ökologisch und wirtschaftlich nachhaltiges Zürich, für soziale Gerechtigkeit und mehr Lebensqualität für alle StadtbewohnerInnen einzusetzen, wie wir es seit über 20 Jahren tun. Die Herausforderungen fehlen nicht: Die Luftqualität hat sich zwar verbessert, aber es gibt immer noch mehr Feinstaub, mehr Verkehrslärm und im Sommer mehr Ozon als es das Gesetz erlaubt. Wertvolle städtische Grün- und Erholungsräume geraten vermehrt unter Druck und benötigen besseren Schutz.

Für Ihre Unterstützung bei unserem Engagement für unsere Quartiere danken wir Ihnen bestens!