Grüner Sommer in der Stadt

Silvia Rigoni
, Mo 01.07.19

Nun sind sie wieder da, die heissen Tage und die lauen Nächte. Bis spät abends draussen sein, im schattigen Wald spazieren und bräteln gehen, in den kühlenden See springen und immer wieder ein Glacé essen. Immer mehr Zürcher*innen bleiben über die Sommerferien zuhause. Warum weit reisen? Weniger in der Welt herumreisen, sei es mit Flugzeug, Zug oder Auto, ist sowieso besser fürs Klima. Die Vorfreude auf schöne Ferientage in der Stadt ist riesig. 

Mulmiges Bauchgefühl
Pure Freude an den heissen Tagen zu empfinden, ist aber kaum möglich. Zwar leiden nicht alle unter der grossen Hitze und vielen ist es egal, mal ein paar Nächte nicht so gut zu schlafen. Und wer bei der Arbeit mal nicht so effizient ist, bekommt oft grosses Verständnis. Es geht ja allen so. Was die Freude trübt, ist die Sorge wegen dieser Entwicklung, die unweigerlich auf uns zukommt. Es ist das Wissen, dass Hitzeperioden nicht einfach mal eine schöne Abwechslung sind, sondern immer mehr die Regel werden. Der Klimawandel wird immer konkreter erlebbar.

Anpassung für das Leben in der Hitze
Im Stadtsommer machen wir spontan das Richtige: Bei Hitze suchen wir den Schatten und löschen unseren Durst mit viel Flüssigkeit. Die Stadt ist mit den vielen Brunnen gut gerüstet, und wir können uns auch unterwegs bestens mit der nötigen Flüssigkeit versorgen. Weniger gut steht es mit dem Schatten. Zürich hat zwar einige Parks und Grünräume. Diese müssen aber zäh gegen andere Interessen verteidigt werden. Grünräume sind wichtig, denn sie kühlen die überhitzte Stadt ab und bieten den Menschen Schutz und attraktive Aussenräume.

Gesetz steht den hohen Bäumen im Weg
Wer heute eine grosse Wohnüberbauung erstellt, baut die erforderlichen Parkplätze unterirdisch. Die meist gigantischen Tiefgaragen erstrecken sich über den grössten Teil des gesamten Areals und befinden sich so auch unter den Aussenräumen der Wohnsiedlung. Es bleibt wenig Platz für die Wurzeln grosser Bäume und so werden diese in Neubaugebieten immer seltener. Vielmehr treffen wir kleine Bäumchen, Büsche oder ödes Abstandsgrün, wie Rasen, an. Die Pflicht, viele Garagenplätze zu bauen und das Fehlen einer Regelung für die Unterbauung von Grünflächen verhindert, dass auch in Neubaugebieten ausreichend grosse Bäume gepflanzt werden können. So engagieren sich die Grünen für die nötigen Anpassungen des Planungs- und Baugesetzes, damit sich die Stadt besser an den Klimawandel anpassen kann. Die Verdichtung braucht ausreichende Grünräume, die diesen Namen auch verdienen.

Grünes Stadtleben
Mehr grosse Bäume, mehr Velowege (Fahrtwind auf dem Velo wirkt übrigens kühlend!), Ausbau der öffentlichen Grünräume, all das zu erkämpfen gehört zur täglichen politischen Arbeit der Grünen. Aber wir können auch anders: Immer am Dienstag gibt es über Mittag Entspannungstreffen unter freiem Himmel. Oder wie wäre es mit Grünem Yoga am Morgen? Mehr Infos unter https://gruenezuerich.ch/stadtzuerich-veranstaltungen.

(dieser Text ist im Tagblatt vom 3.7.19 erschienen)

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