Ein Schulmodell mit Zukunft

Mi 04.03.15

Der Gemeinderat stellt heute Abend die Weichen für die Schule der Zukunft in der Stadt Zürich. Die Grüne Fraktion steht hinter der Einführung der Tagesschule und hat deshalb auch die beiden Motionen unterstützt, die zu dieser Weisung geführt haben.

Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen steigt stetig, die Stadt kommt kaum nach, genügend Plätze zur Verfügung zu stellen. Die Realität hat die Politik bereits um Längen überholt. Mit der Einführung der Tagesschule leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dabei ist aber herauszuheben, dass bei der Erarbeitung des Pilots alle Familienmodelle berücksichtigt wurden. Für Familien, welche ihre Kinder wochentags teilweise oder ganz extern betreuen lassen, bietet die Tagesschule geeignete Strukturen. Für Familien, die ihre Kinder vor allem zu Hause betreuen möchten, handelt es sich lediglich um eine Verschiebung der Stunden, aber nicht um weniger familiäre Betreuungszeit. Die Tagesschule trägt ausserdem zur Erhöhung der Chancengleichheit für alle Kinder bei und stellt ein wichtiges Instrument der Frühförderung dar. 

Solche tiefgreifende Veränderungen stossen immer auf Widerstände, doch zeigen Erfahrungen in zahlreichen anderen Ländern, dass das Modell Tagesschule funktioniert und auf grosse Akzeptanz stösst. Und durch die Durchführung des Versuches wird gewährleistet, dass alle Bezugsgruppen in die Entwicklung der zukünftigen Tagesschule miteinbezogen werden.

Das Schulamt hat seine Hausaufgaben gemacht und uns eine ausgewogene Weisung vorgelegt. Trotzdem stellt die Grüne Fraktion einen Änderungsantrag in Bezug auf die Tarife: Wir möchten, dass auf eine Entschädigung für die Verpflegung an den gebundenen Mittagen verzichtet wird. Die Tagesschule soll in Zürich in Zukunft der Normalfall sein. Schule ist eine Leistung, die der Staat kostenlos erbringen soll. Es sollen sich keine Familien aus Kostengründen vom Versuch abmelden.

Der Null-Tarif führt dazu, dass die Tagesschule so niederschwellig wie möglich ist. Der bisher geplante Betrag von 6 Franken würde das Budget von Familien mit finanziellen Schwierigkeiten, die keine Sozialleistungen beziehen, stark belasten. Doch gerade für diese Kinder könnte die Tagesschule die Startchancen erheblich verbessern. 

Mit dem Start dieses Pilots rückt auch das Ziel der erfolgreichen Grünen Initiative «Kinderbetreuung konkret», dass jedem Kind ein Betreuungsplatz zusteht, wieder ein Stück näher.

 

Rückfragen

Cordula Bieri, Gemeinderätin, Mitglied der Spezialkommission Präsidialdepartement, Schul- und Sportdepartement

Christina Hug, Gemeinderätin, Präsidentin der Spezialkommission Präsidialdepartement, Schul- und Sportdepartement