Die erste Pride war ein Aufstand! Die Pride hat als Protest von queeren (insbesondere trans) Menschen of colour in New York angefangen. Sie haben sich gegen queerfeindliche Polizeigewalt gewehrt. Ein Jahr später haben Aktivist*innen am 28. Juni 1970 die erste Demonstration, den Christopher Street Liberation Day March, organisiert. Daraus ist in vielen Ländern ein jährlicher Event geworden. So auch in der Schweiz.

Pride ist auch heute noch wichtig

Am letzten Samstag waren wir Grünen an der Zurich Pride zum Thema «trans – Vielfalt leben.» mit dabei. Die Demonstration und das Festival erreichten mit 40’000 Teilnehmenden einen neuen Rekord. Es zeigt die Aktualität und Wichtigkeit auf, auch heute noch einen Pride Monat zu feiern und an einer Pride Demonstration für mehr Gleichberechtigung, Akzeptanz und Sichtbarkeit der Lebensrealitäten von LGBTQIA+ (Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Trans, Queer, Inter, Asexuell/Aromantisch) Menschen zu marschieren.

Beispielsweise weil erst kürzlich in Bassersdorf ZH anlässlich des diesjährigen Sechseläutens ein trans- und interfeindlicher Böög verbrannt wurde. Oder weil ein Gottesdienst im Rahmen der trans Pride von queerfeindlichen Menschen fast gestürmt worden wäre, hätte ein Teilnehmer nicht mutig reagiert. Oder weil Frauen, welche eine Frau heiraten wollen, trotz der Ehe für alle immer noch nicht die gleichen Rechte haben wie Männer, die Männer heiraten wollen und Frauen, die einen Mann heiraten wollen. Oder weil es immer noch keinen nicht-binären Eintrag im Personenstandsregister gibt. Ich könnte leider noch lange weiterschreiben. Denn die Schweiz ist auch im internationalen Vergleich noch nicht sehr queerfreundlich.

 

Queere Freude feiern!

Es ist mir jedoch wichtig zu betonen, dass die Pride und der ganze Monat darum herum vor allem einfach wunderschön sind. Queer zu sein ist etwas Wunderschönes. Teil dieser Gemeinschaft von Menschen zu sein, ist für mich etwas vom Besten, was ich mir in meinem Leben vorstellen kann. Ich habe dadurch so viele liebevolle und mutige Menschen getroffen, so viele Geschichten gehört und so viel neues Wissen gewonnen. Und auch darum laufe ich stolz an der Pride mit. Weil ich zeigen will, dass es ausserhalb des Closets grossartig sein kann, dass queer zu sein nicht bedeutet, allein zu sein.

 

Mehr Vielfalt!

Verbündete, es ist an der Zeit, dass ihr euch informiert und mit uns gemeinsam für echte Gleichstellung kämpft! Aber auch Menschen innerhalb unserer diversen Community wissen teilweise erschreckend wenig über die Identitäten und Situationen von anderen Menschen in der Gemeinschaft. Ja auch wir Queers und unsere Bewegung spiegeln leider gesamtgesellschaftliche Diskriminierungsstrukturen wie Transfeindlichkeit, Frauenfeindlichkeit, Rassismus und Ableismus wider. Darum ist es wichtig, diversen Menschen aus dem LGBTQIA+ Spektrum zuzuhören und queere Identitäten nicht nur durch eine schwule, cis männliche Linse zu betrachten. Vor diesem Hintergrund war der diesjährige Fokus auf trans Menschen wichtig und richtig. Mehr davon!

Michelle Huber

Michelle Huber (sie/ihr) ist Social Media Managerin der Grünen Zürich, Geschäftsleitungsmitglied der Jungen Grünen Zürich und diesen Monat besonders stolz darauf, queer zu sein.