Grüner O-Ton: Spitäler sind für Patient*innen da!

Mi 06.12.17

Aus dem Gemeinderat: Marcel Bührig zu den Stadtspitälern

«Bei der konstanten Profitmaximierung im Gesundheitswesen bleibt vor allem eins auf der Strecke liegen: die Patient*innen»

 

In den letzten Wochen entwickelte sich eine hitzige Debatte über die finanzielle Situation bei den beiden Stadtspitälern. Seit ein paar Jahren kämpfen wir mit roten Zahlen bei unseren Spitälern. Das hat mehrere Gründe: Auf der einen Seite die ungenügende Spitalfinanzierung, die hochkomplexe Fälle und vor allem Fälle mit älteren Patient*innen ungenügend entschädigt, auf der anderen Seite stehen Investitionen, die vor Jahren beschlossen wurden und nun abgeschrieben werden müssen.

 

Doch das Grundübel liegt viel tiefer: nämlich die steigende Ökonomisierung und Profitgeilheit im Gesundheitswesen. Heute geht es immer mehr um das Finanzielle, viel seltener um den Service Public und um Gesundheit. Dabei bleiben allzuoft Qualität und Lehre auf halber Strecke liegen. Bürgerliche Konzepte im Gesundheitswesen sind meist Privatisierungen und Profitmaximierung, sowie möglichst viele Privatpatienten anzuziehen, und am liebsten würde man die Spitäler direkt an die Hirslanden-Gruppe verkaufen. Doch der Staat muss eigene Spitäler betreiben, denn nur so kann langfristig gesichert werden, dass eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung angeboten werden kann.

 

Wer  ernsthaft die finanziellen Probleme lösen möchte, der sollte auch auf die Einnahmen-Seite schauen. Die Stadtspitäler haben überdurchschnittlich viele hochdefizitäre Fälle, ähnlich wie z.B. das Kinderspital. Trotzdem werden die Stadtspitäler wie herkömmliche Regionalspitäler behandelt, dabei handelt es sich um erstklassige Zentrumsspitäler - und das möchten wir erhalten, um auch noch in 50 Jahren exzellente Spitzenmedizin anbieten zu können.