Bundesasylzentrum in Zürich - Machen wir das Beste daraus!

Mi 12.04.17

Wir Grüne waren und sind grundsätzlich skeptisch gegenüber den Bundesasylzentren. Gerade deswegen haben wir uns von Beginn weg für eine würdevolle Unterbringung von Flüchtlingen in Zürich eingesetzt. Die Stadt Zürich muss die Ausgangslage nutzen und das bestmögliche aus der unbefriedigenden Situation dieser Bundesasylzentren herausholen.

Im September 2016 haben die Grünen Stadtrat Golta die Petition „Für eine würdevolle Unterbringung von Flüchtlingen in Zürich“ übergeben. 2'500 Menschen haben unsere Anliegen unterstützt, die meisten aus dem betroffenen Quartier. Zwei Postulate mit den gleichen Forderungen wurden auch im Gemeinderat mit einer Mehrheit überwiesen.

Es ist für uns klar, dass ein Bundesasylzentrum mitten in der Stadt Zürich andere bauliche und soziale Rahmenbedingungen braucht. Eine möglichst liberale Ausgestaltung der Hausordnung ohne restriktive Öffnungszeiten bzw. Anwesenheitspflichten soll auch dem Wunsch der Bevölkerung Rechnung tragen, dass ein möglichst einfacher Austausch zwischen den Asylsuchenden und den QuartierbewohnerInnen möglich ist. Wir wollen kein schikanöses Regime à la kantonalem Sicherheitsdirektor Mario Fehr– nicht hier in der Stadt Zürich!

Zudem muss den besonders Schutzbedürftigen – Kindern, Frauen und Familien – im Bundesasylzentrum auch in baulicher Hinsicht Rechnung getragen werden. Das heisst genügend Gemeinschaftsräume und genügend Rückzugsmöglichkeiten und Privatsphäre innerhalb des Zentrums. Dass ein solches Zentrum für unbegleitete Minderjährige nicht der richtige Ort ist, hat der Gemeinderat bereits beschlossen.

Wir anerkennen die Anstrengungen, dass schulpflichtige Kinder in separaten Aufnahmeklassen ausserhalb des Zentrums zur Schule gehen sollen. Es ist ein zentrales Anliegen, welches die Grünen früh eingefordert haben. So können die betroffenen Eltern und Kinder schnell das hiesige Schulsystem kennenlernen. Denn sobald die asylsuchenden Familien das Bleiberecht erhalten, werden ihre Kinder in den Gemeinden in eine öffentliche Schule kommen.

Die Grünen werden dem Objektkredit von 24,5 Millionen Franken zustimmen. Wir sind überzeugt, dass das Bundesasylzentrum in der Stadt Zürich mitten in Zürich-West am richtigen Ort ist. Nur so können wir unsere Verantwortung wahrnehmen und aufzeigen, dass wir das Beste draus machen, nämlich für diejenigen, um welche es hier geht: um Menschen in Not, welche ihre Heimat verlassen haben und hier in der Schweiz Schutz suchen.

 

Rückfragen

 

Karin Rykart Sutter, Fraktionspräsidentin Grüne, 078/728 33 15

Katharina Prelicz-Huber, Vizepräsidentin SK SD, 076/391 79 15